Fachausdrücke


Alternative Anlagen
Unter alternativen bzw. nicht traditionellen Anlagen werden
üblicherweise Investitionen in Private Equity, Hedge Funds,
Commodities und Immobilien verstanden.

Anlagestiftung
Eine der Bundesaufsicht unterstellte, steuerbefreite Stiftung zur
Durchführung der Kapitalanlage von Personalvorsorgeeinrichtungen.
Die Teilvermögen unterscheiden sich nach Anlagekategorien
(Obligationen, Aktien, Darlehen) und Währungen.

Asset & Liability-Analyse
Prüfung der Risikofähigkeit der Pensionskasse. Das Ergebnis
dieser Analyse beeinflusst die künftige Anlagetätigkeit. Basierend
auf der Analyse der Verpflichtungen der Vorsorgeeinrichtung
wird unter Berücksichtigung der passivseitigen Verhältnisse, der
Risikofähigkeit und -freudigkeit, der speziellen Gegebenheiten
der Personalvorsorgeeinrichtung und der an den Finanzmärkten
vorherrschenden Situation die langfristig gültige Ausrichtung des
Portfolios erarbeitet (strategische Asset Allocation).

Benchmark
Die Benchmark ist eine «Messlatte» oder Referenzgrösse, die
im Hinblick auf die Entwicklung der Performance herangezogen
wird (z.B. Aktienindex).

Bonität
Zahlungsfähigkeit, Zahlungswille und andere positiv zu wertende
Eigenschaften eines Kapitalmarktschuldners, die auf seine
Kreditwürdigkeit hinweisen. Die unterschiedliche Kreditwürdigkeit
spiegelt sich in der Bonitätseinstufung durch die Wertschriftenanalyse
anerkannter Rating-Agenturen.

Commodities
Rohstoffe und landwirtschaftliche Güter, in die mittels börsengehandelter
derivater Instrumente investiert werden kann.

Derivative Finanzanlagen
Der Sammelbegriff umfasst sämtliche Anlageinstrumente, deren
Wert vom Preis eines zugrunde liegenden Basiswertes (Zinsen,
Währungen) oder Vermögenswertes (Obligationen, Aktien)
abgeleitet wird. Zu den Derivaten zählen Optionen (Zins-, Aktien-,
Indexoptionen) sowie Termingeschäfte (sog. Futures, Forward
Rate Agreements, Swaps). Derivative Finanzinstrumente eignen
sich sowohl zur Absicherung von bestehenden Vermögenswerten
als auch für den spekulativen Einsatz.

Devestition
Verkauf von Finanzanlagen in Form von Obligationen, Aktien,
Devisen bzw. Rückzahlung von Aktivhypotheken oder Darlehen
durch die Schuldner.

Duration
Durchschnittliche Kapitalbindung ausgedrückt in Jahren einer
festverzinslichen Anlage oder eines Portfolios in festverzinslichen
Anlagen im Sinne eines Risikomasses. Je länger die Duration
einer festverzinslichen Anlage, umso stärker reagiert diese auf
Veränderungen des Zinsniveaus und umgekehrt.

Dynamisches Deckungskapital
Barwert der per Stichtag erworbenen Ansprüche der Vollversicherten,
berechnet mit einem technischen Zinssatz von 4%, einer jährlichen
Lohnzuwachsrate von 2 %, einer jährlichen Indexierung der Rente von
1% und unter Berücksichtigung von Austrittswahrscheinlichkeiten.

Fund of Funds
Anlagefonds, dessen Vermögen nicht in Direktanlagen, sondern
in Anteile anderer Anlagefonds investiert wird.

Hedge Funds
Investitionen und Beteiligungen an Fonds, die eine absolute,
von der Marktentwicklung ganz oder weitgehend unabhängige
Rendite anstreben und die eine Vielzahl besonderer Anlagevehikel
und -techniken sowie vorwiegend derivate Instrumente
einsetzen.

Korrelation
Statistisches Mass, das den linearen Zusammenhang zwischen
zwei Zahlenreihen (z.B. Performance einer Aktie und des Marktes)
misst. Definitionsgemäss bewegt sich die Korrelation zwischen
+1 und -1. Ein Wert von +1 bedeutet, dass sich Index und Aktie
konstant gleichgerichtet bewegen.

«Modified Dietz»-Methode
Die Performance-Berechnung nach der «Modified Dietz»-Methode
bedeutet, dass Geldzu- und -abflüsse taggenau in die Berechnung
miteinbezogen werden. Die erzielte Rendite wird mit dem investierten
Vermögen gewichtet, d.h., der Zeitpunkt der Geldzu- und -abflüsse
hat eine erhebliche Wirkung auf den ausgewiesenen Erfolg. Die
monatlichen Renditen werden schliesslich geometrisch verknüpft.
Diese Art der Performance-Berechnung ist international weit verbreitet.

Performance
Die Performance widerspiegelt den Erfolg (Gewinn oder Verlust)
bezüglich der Kapitalanlagen (inkl. Immobilien) auf dem durchschnittlich
investierten Kapital während einer bestimmten Periode. Der Erfolg setzt
sich dabei zusammen aus den realisierten und den nicht realisierten
Nettoerträgen, unter Berücksichtigung sämtlicher Aufwandkomponenten
(Kommissionen, Steuern, Börsenabgaben). Bei den Darlehen und
Hypotheken entspricht das Ergebnis den Zinserträgen auf dem Kapital.

Portefeuille/Portfolio
Wertschriftenbestand im Depot.

Private Equity
Beteiligungen an nicht börsenkotierten, meistens relativ jungen
Unternehmungen im In- und Ausland.

Rating
Einstufung der Bonität eines Schuldners durch spezialisierte Agenturen
wie Standard & Poor’s (S&P) und Moody’s aufgrund einheitlicher Kriterien
und Verfahren. Zur Beurteilung der Bonität wurde primär auf die Ratings
von Moody’s zurückgegriffen. Waren von dieser Agentur keine
Einschätzungen verfügbar, wurde auf das Rating von UBS Brinson
abgestellt. Ein «AAA» bedeutet beste Qualität, und die Fähigkeit des
Emittenten ist sehr stark, Zinsen und Tilgung zu leisten. Die Papiere sind
faktisch mündelsicher. Ein «AA» bedeutet eine gute Fähigkeit des Emittenten,
die Anleihe zu bedienen. Zusammen mit der ersten Kategorie bilden derartige
Obligationen die Gruppe qualitativ hochgradiger Titel. Obligationen mit einem
«A» verfügen über hohe Bonitätsattribute, die jedoch durch äussere
Einflüsse politischer oder konjunktureller Art beeinträchtigt werden können.
Die Ratingagentur charakterisiert Obligationen der Kategorien «AA» bis «B»
mit Zahlen zwischen 1 und 3. Dabei bedeutet 1, dass die betreffenden Papiere
besser sind als der Durchschnitt der Kategorie. 2 charakterisiert eine mittlere
Qualität. 3 ist Obligationen vorbehalten, die die Qualitätskriterien der Kategorie
nur knapp erfüllen.

Rendite
Der Begriff wird im vorliegenden Bericht vorwiegend in der Immobilienrechnung
der MPK verwendet. Dabei entspricht die Bruttorendite den vertraglichen
Nettomietzinseinnahmen in Prozenten des durchschnittlich eingesetzten
Anlagekapitals zu Anschaffungswerten. Die Nettorendite entspricht dem
Nettoimmobilienertrag (nach Abzug der Betriebskosten sowie der
werterhaltenden Investitionen und Ersatzanschaffungen) in Prozenten des
durchschnittlich eingesetzten Eigenkapitals zu Anschaffungswerten.

Securities Lending
Ausleihungen von Wertpapieren auf bestimmte oder unbestimmte
Dauer gegen Entgelt.

Standardabweichung
Statistisches Mass, welches das absolute Risiko einer Anlage misst, d.h.
das Ausmass der Kursschwankungen. Beträgt die Standardabweichung
10 %, bedeutet dies, dass man in zwei Dritteln der Fälle innerhalb einer
Schwankungsbandbreite von +/-10 % um den erwarteten Ertrag rechnen
kann. Lautet beispielsweise der auf ein Jahr prognostizierte Ertrag für einen
Aktienmarkt auf +15 % bei einer Standardabweichung von 10%, so ist mit
66 %iger Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass das Ergebnis zwischen
+5 % und +25 % liegen wird.

Statisches Deckungskapital
Barwert der per Stichtag erworbenen Ansprüche der Vollversicherten,
berechnet mit einem technischen Zinssatz von 4% und ohne Berücksichtigung
von Lohnentwicklungshypothesen und Austrittswahrscheinlichkeiten.

Strategische Asset Allocation
Definition des langfristigen Anlageleitbildes der Vorsorgeeinrichtung, unter
Berücksichtigung der Leistungsverbindlichkeiten und der Risikofähigkeit, welche
Aufschluss gibt über die Aufteilung des Vermögens nach Anlagekategorien
und Anlagemärkten.

Swiss Performance Index (SPI)
Der SPI deckt praktisch sämtliche an der Schweizer Börse kotierten
Unternehmen ab. Da er dividendenkorrigiert ist und sich nach der
Marktkapitalisierung berechnet, eignet er sich als echter Performance-
massstab.

Taktische Asset Allocation
Bestimmung der Vermögensaufteilung nach Anlagekategorien und
Anlagemärkten, beruhend auf dem jährlichen Anlagekonzept der MPK,
den dort definierten Schwankungsbandbreiten pro Anlagekategorie und
den Marktprognosen über einen kurz bis mittelfristigen Zeithorizont.

Volatilität
Die Volatilität ist das aus historischen Daten gewonnene Mass für die
Schwankungen einer Wertpapierrendite innerhalb einer bestimmten Periode.
Meistens wird sie als auf Jahresbasis umgerechnete Standardabweichung
beziffert.

Vorsorgekapital
Das Vorsorgekapital setzt sich aus dem Deckungskapital und den
Vorsorgerückstellungen zusammen. Es beinhaltet das versicherungs-
mathematisch berechnete Kapital, das erforderlich ist, um langfristig die
Verpflichtungen der MPK zu erfüllen. Mit den Vorsorgerückstellungen
werden die Auswirkungen aus der Zunahme der Lebenserwartung
(6.5 % des Deckungskapitals) berücksichtigt sowie die Nachversicherung
von Lohnerhöhungen und Rentenanpassungen. Letztgenannte Rückstellung
entspricht der Differenz zwischen dem statischen und dem dynamischen
Deckungskapital.

21.04.2010